Solarpark mit neuer Technik
Die MAZ berichtete am 05.01.2012:
Auf Flächen der Firma Fiege in Brieselang soll ein spezieller Solarpark entstehen: Die Kraft der Sonne wäre 24 Stunden nutzbar
BRIESELANG - „Hochinteressant“, fand Norbert Hentschel (Linke) eine Idee, die am Dienstagabend den Mitgliedern des Brieselanger Entwicklungsausschusses präsentiert wurde. Auf zwei Flächen im Güterverkehrszentrum Brieselang (GVZ) könnte ein Röhren-Solarpark von 7,5 Megawatt entstehen, mit dem die Kraft der Sonne letztlich 24 Stunden nutzbar wäre.
Mit dem Witec Power System (WPS) würde in Brieselang aus einstrahlender Sonne elektrischer Strom erzeugt. Und das ginge so: Auf rund 150 000 Quadratmetern werden Glasröhren-Module aufgestellt. Die Röhren sind gefüllt mit einer wässrigen Flüssigkeit. Die erwärmt sich bei Sonnenschein und wird in einen isolierten Tank befördert. Dort wird die Wärme gespeichert – was wesentlich ist – und kann einem Kreislauf mit eingehäusten Turbinen zugeführt werden, die Strom erzeugen. Der wird ins Netz eingespeist. Es wäre ein Kreislauf ohne Kühltürme. Abwärme- und CO2-frei.
Die Firma Witec aus Hessen hat die Anlage ausgetüftelt und dort auch Referenzobjekte errichtet. In Brieselang wurde das Verfahren am Dienstag aber nicht von Witec, sondern von Paul R. Eichholzer, einem Manager der Firma Fiege, vorgestellt. Denn die Flächen, um die es im GVZ geht und die für solch eine Anlage 20 Jahre lang vermietet werden sollen, gehören Fiege.
Beide Areale sind laut Eichholzer schwer vermarktbar. Das eine befindet sich gegenüber dem Fiege-Logistikcenter und liegt unter einem Hochspannungsmast. Das andere – im Süden des Gewerbe- und Industriegebietes, hinter Rigips – ist ein Streifen ohne Straßenanbindung. Fiege werde die Solaranlage – falls sie die erforderliche Zustimmung findet – weder erwerben noch betreiben, stellte Eichholzer klar, der im Unternehmen für die gesamte Neubauplanung und Umsetzung zuständig ist. Hersteller und Betreiber des Röhren-Solarparks wäre die Witec GmbH, die auch Geldgeber sucht.
Die Ausschussmitglieder nahmen die Idee freundlich auf – Brieselang will klimaneutrale Gemeinde werden. Fragen und Hinweise gab es trotzdem. Ralf Heimann (FDP) machte auf Sichtschutz für Bewohner aufmerksam, die auf der anderen Seite des Kanals leben. Beim Lärm hakte Dariusz Lerch (BFB) nach, da Eichholzer von 46 Dezibel außen am Container gesprochen hatte. „Wir wollen keinesfalls in Schwierigkeiten mit Ihnen geraten“, so der Manager. Der Lärm sei weiter dämmbar, auf Grün zum Sichtschutz werde man achten. Christian Achilles (BFB) und Bürgermeister Wilhelm Garn (CDU) erkundigten sich, ob mit dem System Abwärme anderer Firmen verwertbar wäre. Eichholzer bejahte die technische Möglichkeit.
Das Meinungsbild am Ende war eindeutig: Die Ausschussmitglieder sprachen sich dafür aus, dass die Pläne weiterverfolgt werden. Sicht- und Lärmschutz sollten dabei von Anfang an beachtet werden, wurde betont. (Von Anke Fiebranz)
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