BAHN: Wustermark wird abgehängt
Die MAZ berichtet am 23.03.11:
Zahlreiche Änderungen ab Dezember / Landrat will bei Minister Nachbesserungen fordern
HAVELLAND - Vor allem Bahnreisende aus dem Osthavelland müssen sich ab Dezember wegen Bauarbeiten auf erhebliche Einschränkungen beim Schienenverkehr einstellen. Dies betrifft unter anderem die Regionalbahnlinie 21. Wird doch für etwa ein Jahr in der Hauptverkehrszeit diese direkte Verbindung zwischen Wustermark und Potsdam aufgegeben. Aus dem Grunde müssen pro Tag etwa 300 Pendler, von denen die Hälfte mit Bussen aus Nauen oder Brieselang in Wustermark eintrifft, zusätzliche Umsteigemöglichkeiten und wohl auch längere Wartezeiten in Kauf nehmen, das geht aus einer Pressemitteilung des Landkreises hervor.
Aber auch Pendler auf anderen Strecken müssen mehr Zeit einplanen, um an ihr Ziel zu gelangen. Ursache dafür sind geplante Bauarbeiten auf der Strecke Wannsee-Grunewald, die parallel zur Avus-Sanierung erfolgen sollen. Bis Dezember 2012 wird dort der Bahnverkehr völlig eingestellt. Dies hat für den Regionalexpress 1 (Brandenburg-Potsdam-Berlin) zur Folge, dass stündlich die Fahrt in Wannsee endet. Weiter geht es dann von Charlottenburg in Richtung Frankfurt/Oder. Zu den anderen Fahrtzeiten wird der RE 1 dann von Werder über Golm nach Charlottenburg umgeleitet. Für die Havelländer bringt dies aber nichts, da der Zug weder in Priort noch in Dallgow-Döberitz oder Spandau halten soll.
Um den Fahrgästen trotzdem eine direkte Verbindung von Potsdam nach Berlin zu ermöglichen, will die Bahn von Dezember 2011 bis Dezember 2012 die RB 21 (Potsdam-Wustermark) in der Hauptverkehrszeit von Potsdam wie gehabt bis Priort, dann aber weiter nach Dallgow-Döberitz, Spandau und Jungfernheide zum Hauptbahnhof Berlin führen. Wustermark wird nicht mehr bedient. Kreissprecher Erik Nagel geht davon aus, dass Pendler, die derzeit mit ihren Autos nach Wustermark zum Bahnhof fahren, dann wohl nach Priort ausweichen werden. Das Problem dort: Es gibt nicht genügend Parkplätze.
Zudem bezeichnet es Nagel als kritisch, dass die Strecke nach Spandau ab Dezember zusätzlich belegt wird. „Hier entsteht ein verkehrstechnisches Nadelöhr, in dem jede noch so kleine Störung dazu führen kann, dass die in Dallgow-Döberitz kalkulierten Übergänge von wenigen Minuten nicht gehalten werden können. Eine ganze Folge von Verspätungen und verpassten Anschlüssen würde sich aufbauen“, so Nagel.
Angesichts dieser vielfältigen Probleme will Landrat Burkhard Schröder einen Brief an den brandenburgischen Verkehrsminister schreiben und auf eine schnellstmögliche Lösung dringen. Alternativvorschläge gäbe es bisher nicht.
Des Weiteren stehen von April bis August auch noch Arbeiten auf der Trasse Berlin-Hannover an. So werden vom 20. Juni bis 13. August nur jene Züge der RE 2 in Buschow und Nennhausen halten, die dort bis 10 Uhr ankommen. Danach müssen die Fahrgäste auf Schienenersatzverkehr umsteigen. (Von Andreas Kaatz)
| < Zurück | Weiter > |
|---|


