DruckenE-Mail

SOZIALES: Brieselang bekommt Pflegezentrum

MAZ vom 11.03.2011

Geplant sind 48 Plätze in vier Wohngruppen für jeweils zwölf Senioren / Kaufvertrag in Arbeit

BRIESELANG - Es ist beschlossen: Brieselang bekommt ein Pflegezentrum. „In vier bis sechs Wochen werden die notariellen Kaufverträge abgeschlossen sein“, sagte Bürgermeister Wilhelm Garn. Mit wem, das mochte er noch nicht sagen. Der Investor soll eine karitative Stiftung sein, erfahren und bislang tätig in Berlin. Mehr war dem Bürgermeister gestern nicht zu entlocken. Er will abwarten, bis die Gemeindegrundstücke am Forstweg tatsächlich verkauft sind – denn der letzte Investor war Anfang 2010 kurzfristig abgesprungen.

Dafür rückte Garn andere Details heraus. Zweistöckig, „kein Altenheimdampfer“, soll das Haus sein, das voraussichtlich ab Sommer gebaut wird. 48 Pflegeplätze in vier Wohngruppen für jeweils zwölf Senioren sind geplant. Es wird rund 17 Quadratmeter große Einzelzimmer und etwas größere Pärchenzimmer geben, Gemeinschaftsräume und Wohnküchen. „Pflegezentrum klingt nach langen Gängen, weißen Wänden und Kitteln“, sagte Garn, „aber so ein Haus wird es ganz sicher nicht.“ Seitdem die Idee existiere, werde er regelmäßig von Leuten besucht, die sich schon mal vormerken lassen wollen, so der Bürgermeister: Augenscheinlich sei der Bedarf nach einem Heim für Senioren groß.

Auf 5000 bis 5500 Quadratmetern wird sich die Anlage laut Aussage von Garn ausbreiten. Auf dem Rest der Fläche soll bis hinten an die Bahn eine öffentliche Grünanlage entstehen. Kein englischer Garten, aber ein kleiner Park mit Wegen und Bänken – für alle Brieselanger.

Ingrid Bagge, Vorsitzende des Seniorenbeirats, bezeichnet die Pläne als einen „guten Anfang“. Ihr gefällt, dass sowohl Anlage als auch Wohngruppen überschaubar bleiben – und die Bewohner in den Alltag miteinbezogen werden sollen, etwa beim Kochen. „Die Sache hat familiären Charakter“, sagte sie. „Das finde ich sehr positiv.“ Sicherlich hätte man sich noch einiges anders gewünscht, aber eines sei ja von vornherein klar gewesen: Eine eierlegende Wollmilchsau werde in Brieselang nicht hingestellt.

Christian Achilles (BFB) dagegen bezeichnete das künftige Pflegeheim als „Meilenstein“. Nachdem man sich in den vergangenen Jahren auf die Infrastruktur für Kinder und Familien konzentriert habe, sei nun ein wichtiger Fortschritt für Alte und Pflegebedürftige getan, so der Gemeindevertreter.

(Von Jana Einecke)

 


Teilen




>